Heinrich Zille

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Heinrich Zille
Bildhauer: Thorsten Stegmann (1969)

Die anderthalb Tonnen schwere Kalksteinskulptur ist eine Hommage an den Milljöhzeichner Zille (1858 – 1929). „Überraschend ausgemergelt“ ist auf der dazugehörigen Tafel zu lesen – denn Heinrich Zille erfreute sich üppiger Körperfülle. Aber genau das war das Ansinnen des Künstlers, die Darstellung eines der prominentesten Berliners verschmilzt mit seinen Figuren. Heinrich Rudolf Zille (* 10. Januar 1858 in Radeburg bei Dresden; † 9. August 1929 in Berlin) war ein deutscher Grafiker, Maler und Fotograf. In seiner Kunst bevorzugte der Pinselheinrich genannte Zille Themen aus dem Berliner Volksleben, das er ebenso lokalpatriotisch wie sozialkritisch darstellte.



Wie er selbst zum Volke steht, drückte er einmal in einer kurzen, sehr treffenden Zeitungsplauderei aus:

»Immer hab‘ ich mit den kleinen Leuten gelebt, mit denen ich aufgewachsen, die für mich die Großen waren: – Volk – die Armen. Die den Besitz und die Wohlhabenheit weniger müssen erhalten, vermehren und sich selbst mit Brosamen sollen abfinden. Ich versuchte mit Bild und Wort die Vergessenen zu bannen, so nach und nach kam ich in die Zeitungen, illustrierten Zeitschriften, in die Witzblätter und wurde so der ›Arme-Leute-Maler‹ – leider Witzblätter – es tut weh, wenn man den Ernst als Witz verkaufen muß.

aus http://gutenberg.spiegel.de/buch/das-zillebuch-5873/4



 

Wie herrlich ist es, nichts zu tun
und dann vom Nichtstun auszuruhn.


 

Wenn die Frauen verblühen,
verduften die Männer.


 

Heinrich Zille, nach dem Unterschied zwischen Genie und Talent befragt: „Talent kriegt Jehalt.“


 

Dem arbeitenden Menschen in seinem Kampf zu helfen, danach habe ich immer gestrebt.


 

Von’s Vergnügen der reichen Leute ham wir Armen doch noch immer wat: von die Pferde die Wurscht, von die Zigarr’n und die Zigaretten die Stummel, von die Flieger die Notdurft un von die Automobile den Jestank.


 

Und nun ihr alle, die ihr jung seid, auf die wir hoffend sehen, hinaus in die Sonne, in’s Freie, in die Weite, in die Gefahren – in der Badewanne lernt man nicht schwimmen.


 

Weene nicht, es is verjebens
jede Träne dieses Lebens
fließet in ein Kellerloch –
deine Keile kriste doch.


 

Kinder, lernt nicht, sonst müsst ihr später arbeiten!


 

Man kann mit einer Wohnung einen Menschen genauso töten
wie mit einer Axt.


 

“Als ich anfing, war es ein großes Risiko, arme Leute zu malen. Damals koofte keen Hammel so was, nicht mal der Majistrat.”


 

“Das Unglück ist, dass jeder denkt, der ander ist wie er, und dabei übersieht, dass es auch anständige Menschen gibt.”


 

Frohe Arbeit – ernster Wille!
Mal en Schluck in de Destille!
Und een bisken Kille Kille –
Det hält munter!
Heinrich Zille.


 

Jibt dir det Leben een Puff,
denn weine keene Träne!
Lach dir’n Ast und setz dir druff
und baumle mit de Beene.


 

Jeder schliesst von sich auf andere und berücksichtigt nicht, dass es auch anständige Menschen gibt.

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